Kulturschock in Neu und Alt Delhi

In meinem Post über die Thematik, wie man ein Indienabenteuer plant  habe ich ja schon ein wenig über die Komplexität Indiens geschrieben. Nun möchte ich aber explizit von Delhi berichten, Neu und Alt Delhi. Dies war unsere erste Station unserer Reise und hat uns sofort in Indien ankommen lassen.

Angekommen sind wir um 3 Uhr nachts am Flughafen von Neu Delhi. Da wir vorab über India Someday schon einen Fahrer organisiert haben war die Ankunft und der Transfer in unsere erste Unterkunft, einem B&B in Neu Delhi, kein Problem.

Die Bargeldbeschaffung in Indien erwies sich jedoch schon nach der Ankunft als Problem. Die Automaten am Flughafen erlaubten nur 200 Rupien abzuheben. Das Entspricht ca. 28 Euro. Von diesem Problem hatte ich auch im Vorfeld schon gelesen. Da unsere Unterkünfte und der Fahrer schon vorher bezahlt wurden, war es für uns jedoch kein akutes Problem. Hätten wir aber von dem Geld noch die Unterkunft und die Transfers zahlen müssen, wäre das ein riesiges Problem geworden. Denn Kartenzahlung in Indien ist nicht sehr weit verbreitet. 

Wir haben uns vor ab schon dazu entschlossen, dass wir auf unserer Rundreise in Indien gerne einen eigenen Fahrer hätten, da die Preise dafür in Indien für europäische Verhältnisse sehr attraktiv sind und wir so gleich einen Einheimischen an der Hand haben, um Fragen stellen zu können und vielleicht auch den ein oder anderen Insider-Tipp bekommen.

Erstes Ziel Alt Delhi

Nach ein paar Stunden Schlaf fingen wir auch schon an, mit Nadim, unserem Fahrer, Delhi zu erkunden.

Eine Mosche in Alt Delhi

Unsere erste Station war das Fort in Alt Dehli, wo wir eine Mosche besichtigt haben. Der Eintritt war 400 indische Rupie (was ca. 6 Euro entspricht). Für uns war Alt Delhi wirklich ein Kulturschock. Es waren unglaublich viele Menschen dort, die in einem irren Gewusel alle ihren Tätigkeiten nachgingen. Touristen haben wir fast keine gesehen, erst beim Eingang der Mosche fielen uns Touristengruppen auf.

Bei der Moschee handelt es sich um die Jama Masjid Moschee, der größten Moschee Indiens. In all dem Trubel in Alt Delhi bildet sie wirklich eine ruhige Oase dort. Obwohl man auch dazu sagen muss, dass die Inder in hoher Zahl versuchen, „dein Guide“ zu sein, um sich ein wenig Geld zu verdienen. Auch wenn es zunächst nicht danach aussieht, sie verlangen im Anschluss Geld wenn sie einem was erzählen. Und nicht irgendeine Aufmerksamkeit, sondern machen schon deutlich, wenn es ihnen nicht genug ist.

Ein indisches Mädchen, welches leider zum betteln dort war

 

Nachdem wir rund um die Moschee noch Alt Delhi ein wenig erkunden wollten haben wir wirklich sehr großen Respekt vor dem Ort entwickelt. Damit meine ich jetzt nicht die geschichtsträchtige Atmosphäre, sondern eher die komplett andere Kultur. Das Leben spielte dort auf der Straße ab. Händler, Verkäufer, Rikschafahrer und viele andere Teilnehmer. So ist es auch völlig normal, dass eine Art Schlachter/ Fleischverkäufer an der Straße seinen Stand hat, wo man wirklich alle Teile einer Ziege erwerben konnte. Der Blick auf die Rinnsale aus Blut auf der Straße, gepaart mit dem Geruch, war nichts für schwache Nerven.

Dehli hat wirklich sehr viele Menschen

Mit der Zeit wurde es uns auch ein wenig zu viel. Vielleicht war es auch nicht die beste Idee, als ersten Punkt unserer Erkundungstour direkt nach Alt Delhi zu fahren, wo die Infrastruktur wohl nie auf so viele Menschen ausgerichtet war. Es war jedoch sehr interessant und wir hatten das Gefühl, dass uns danach auch nichts mehr so schnell schocken könnte.

Das India Gate in Neu Delhi am Sonntag

Unser nächster Halt  war das India Gate. Das India Gate Bildet das eine Ende des Rajpath, dem Königsweg. Dieser Weg führt vom India Gate zu den Regierungsgebäuden in Delhi. Wir befinden uns dort in Neu Delhi und nicht mehr im alten Teil der Stadt. In Neu Delhi wirken die 25 Millionen Einwohner auch gleich ganz anders.

Das India-Gate

Da wir an einem Sonntag dort waren und auch in Indien an diesem Tag die meisten Geschäfte geschlossen haben, war dort einiges los. Die Menschen schienen dort einfach ihren Tag zu genießen. Es wurden spiele gespielt, viel gelacht und sehr viele Fotos gemacht. Touristen hat man aber auch dort so gut wie nicht entdecken können. Somit waren wir gefühlt die einzigen mit einem westlichen Aussehen, was sich auf die Zahl der Selfies, die mit uns gemacht wurden, wohl sehr ausgewirkt hat. Ich wurde, wahrscheinlich auch wegen meiner Haarfarbe, teils im Minutentakt gefragt, ob ich ein Selfie mit ihnen machen konnte. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich da nur geschmeichelt gefühlt und fand es sehr interessant, weil in Deutschland passiert einem das in der Art nun wirklich nicht. 

Die Menschen dort ware alle freundliche und nett und auch wenn man augenscheinlich anders war, wurde man dort eher interessiert als distanziert aufgenommen. Schon am ersten Tag in Indien war das ein gravierender Unterschied für mich, wenn ich an Deutschland denke, wo Fremde leider eher distanziert betrachtet werden.

Indien besitzt eine viel größere Vielfalt an Religionen und Lebensweisen als Deutschland. Und man könnte da annehmen, dass es dadurch viele „Lager“ gibt, in die sich Menschen begeben. In meiner Wahrnehmung war es doch anders. Die Menschen lebten zwar alle ihre Lebensweise aus, aber schienen nicht mit anderen zu konkurrieren. Auch dort kann Deutschland noch was von lernen.

Hier zeigt ein Inder die verschiedenen Religionen und steht für Toleranz

Mein persönliches Highlight in asiatischen Ländern: Jegliches Streetfood ausprobieren!

Nach unserem Besuch am India Gate ging es dann auch erstmal wieder zurück ins B&B, da wir von der Anreise noch sehr fertig waren. Außerdem wollten wir das erste mal sehen, was Indien an Streetfood für uns bereit hält. Die Betreiber unseres Guest Houses waren im übrigen auch sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Toller Service und tolle Menschen!

Wie immer gilt: Wenn jemand vor hat, auch in einen von mir beschriebenen Ort zu reisen kann mir immer geschrieben werden – gerne gebe ich Auskunft über unsere Unterkünfte. 

Bei dem Streetfood vor der Tür unserer Unterkunft wurden wir nicht enttäuscht. Am liebsten hätte ich „von allem ein bisschen“ gehabt.

Ein kleiner Blick auf unsere Errungenschaften des ersten Abends

Schon am ersten Abend habe ich mich so in die indische Küche verliebt. Mein Mund musste sich an die Schärfe zwar erst gewöhnen, aber wäre ja langweilig, wenn selbst Indien in der Hinsicht kein Problem gewesen wäre. Richtige Schwierigkeiten hatte ich mit dem Essen aber nicht. In erste Linie war es einfach nur sehr scharf. Viele westliche Touristen bekommen jedoch den sogenannten „Delhi-belly“. Sprich Verdauungsprobleme, die bis zu 5 Tagen anhalten aufgrund der Unverträglichkeit von indischen Gerichten.

An nächsten Tag nahmen wir uns mit Nadim vor, die berühmten Grabstätten Delhi´s anzuschauen. Darüber berichte ich jedoch nächstes Mal :)

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