Kulturschock in Neu und Alt Delhi

In meinem Post über die Thematik, wie man ein Indienabenteuer plant  habe ich ja schon ein wenig über die Komplexität Indiens geschrieben. Nun möchte ich aber explizit von Delhi berichten, Neu und Alt Delhi. Dies war unsere erste Station unserer Reise und hat uns sofort in Indien ankommen lassen.

Angekommen sind wir um 3 Uhr nachts am Flughafen von Neu Delhi. Da wir vorab über India Someday schon einen Fahrer organisiert haben war die Ankunft und der Transfer in unsere erste Unterkunft, einem B&B in Neu Delhi, kein Problem.

Die Bargeldbeschaffung in Indien erwies sich jedoch schon nach der Ankunft als Problem. Die Automaten am Flughafen erlaubten nur 200 Rupien abzuheben. Das Entspricht ca. 28 Euro. Von diesem Problem hatte ich auch im Vorfeld schon gelesen. Da unsere Unterkünfte und der Fahrer schon vorher bezahlt wurden, war es für uns jedoch kein akutes Problem. Hätten wir aber von dem Geld noch die Unterkunft und die Transfers zahlen müssen, wäre das ein riesiges Problem geworden. Denn Kartenzahlung in Indien ist nicht sehr weit verbreitet. 

Wir haben uns vor ab schon dazu entschlossen, dass wir auf unserer Rundreise in Indien gerne einen eigenen Fahrer hätten, da die Preise dafür in Indien für europäische Verhältnisse sehr attraktiv sind und wir so gleich einen Einheimischen an der Hand haben, um Fragen stellen zu können und vielleicht auch den ein oder anderen Insider-Tipp bekommen.

Erstes Ziel Alt Delhi

Nach ein paar Stunden Schlaf fingen wir auch schon an, mit Nadim, unserem Fahrer, Delhi zu erkunden.

Eine Mosche in Alt Delhi

Unsere erste Station war das Fort in Alt Dehli, wo wir eine Mosche besichtigt haben. Der Eintritt war 400 indische Rupie (was ca. 6 Euro entspricht). Für uns war Alt Delhi wirklich ein Kulturschock. Es waren unglaublich viele Menschen dort, die in einem irren Gewusel alle ihren Tätigkeiten nachgingen. Touristen haben wir fast keine gesehen, erst beim Eingang der Mosche fielen uns Touristengruppen auf.

Bei der Moschee handelt es sich um die Jama Masjid Moschee, der größten Moschee Indiens. In all dem Trubel in Alt Delhi bildet sie wirklich eine ruhige Oase dort. Obwohl man auch dazu sagen muss, dass die Inder in hoher Zahl versuchen, „dein Guide“ zu sein, um sich ein wenig Geld zu verdienen. Auch wenn es zunächst nicht danach aussieht, sie verlangen im Anschluss Geld wenn sie einem was erzählen. Und nicht irgendeine Aufmerksamkeit, sondern machen schon deutlich, wenn es ihnen nicht genug ist.

Ein indisches Mädchen, welches leider zum betteln dort war

 

Nachdem wir rund um die Moschee noch Alt Delhi ein wenig erkunden wollten haben wir wirklich sehr großen Respekt vor dem Ort entwickelt. Damit meine ich jetzt nicht die geschichtsträchtige Atmosphäre, sondern eher die komplett andere Kultur. Das Leben spielte dort auf der Straße ab. Händler, Verkäufer, Rikschafahrer und viele andere Teilnehmer. So ist es auch völlig normal, dass eine Art Schlachter/ Fleischverkäufer an der Straße seinen Stand hat, wo man wirklich alle Teile einer Ziege erwerben konnte. Der Blick auf die Rinnsale aus Blut auf der Straße, gepaart mit dem Geruch, war nichts für schwache Nerven.

Dehli hat wirklich sehr viele Menschen

Mit der Zeit wurde es uns auch ein wenig zu viel. Vielleicht war es auch nicht die beste Idee, als ersten Punkt unserer Erkundungstour direkt nach Alt Delhi zu fahren, wo die Infrastruktur wohl nie auf so viele Menschen ausgerichtet war. Es war jedoch sehr interessant und wir hatten das Gefühl, dass uns danach auch nichts mehr so schnell schocken könnte.

Das India Gate in Neu Delhi am Sonntag

Unser nächster Halt  war das India Gate. Das India Gate Bildet das eine Ende des Rajpath, dem Königsweg. Dieser Weg führt vom India Gate zu den Regierungsgebäuden in Delhi. Wir befinden uns dort in Neu Delhi und nicht mehr im alten Teil der Stadt. In Neu Delhi wirken die 25 Millionen Einwohner auch gleich ganz anders.

Das India-Gate

Da wir an einem Sonntag dort waren und auch in Indien an diesem Tag die meisten Geschäfte geschlossen haben, war dort einiges los. Die Menschen schienen dort einfach ihren Tag zu genießen. Es wurden spiele gespielt, viel gelacht und sehr viele Fotos gemacht. Touristen hat man aber auch dort so gut wie nicht entdecken können. Somit waren wir gefühlt die einzigen mit einem westlichen Aussehen, was sich auf die Zahl der Selfies, die mit uns gemacht wurden, wohl sehr ausgewirkt hat. Ich wurde, wahrscheinlich auch wegen meiner Haarfarbe, teils im Minutentakt gefragt, ob ich ein Selfie mit ihnen machen konnte. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich da nur geschmeichelt gefühlt und fand es sehr interessant, weil in Deutschland passiert einem das in der Art nun wirklich nicht. 

Die Menschen dort ware alle freundliche und nett und auch wenn man augenscheinlich anders war, wurde man dort eher interessiert als distanziert aufgenommen. Schon am ersten Tag in Indien war das ein gravierender Unterschied für mich, wenn ich an Deutschland denke, wo Fremde leider eher distanziert betrachtet werden.

Indien besitzt eine viel größere Vielfalt an Religionen und Lebensweisen als Deutschland. Und man könnte da annehmen, dass es dadurch viele „Lager“ gibt, in die sich Menschen begeben. In meiner Wahrnehmung war es doch anders. Die Menschen lebten zwar alle ihre Lebensweise aus, aber schienen nicht mit anderen zu konkurrieren. Auch dort kann Deutschland noch was von lernen.

Hier zeigt ein Inder die verschiedenen Religionen und steht für Toleranz

Mein persönliches Highlight in asiatischen Ländern: Jegliches Streetfood ausprobieren!

Nach unserem Besuch am India Gate ging es dann auch erstmal wieder zurück ins B&B, da wir von der Anreise noch sehr fertig waren. Außerdem wollten wir das erste mal sehen, was Indien an Streetfood für uns bereit hält. Die Betreiber unseres Guest Houses waren im übrigen auch sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Toller Service und tolle Menschen!

Wie immer gilt: Wenn jemand vor hat, auch in einen von mir beschriebenen Ort zu reisen kann mir immer geschrieben werden – gerne gebe ich Auskunft über unsere Unterkünfte. 

Bei dem Streetfood vor der Tür unserer Unterkunft wurden wir nicht enttäuscht. Am liebsten hätte ich „von allem ein bisschen“ gehabt.

Ein kleiner Blick auf unsere Errungenschaften des ersten Abends

Schon am ersten Abend habe ich mich so in die indische Küche verliebt. Mein Mund musste sich an die Schärfe zwar erst gewöhnen, aber wäre ja langweilig, wenn selbst Indien in der Hinsicht kein Problem gewesen wäre. Richtige Schwierigkeiten hatte ich mit dem Essen aber nicht. In erste Linie war es einfach nur sehr scharf. Viele westliche Touristen bekommen jedoch den sogenannten „Delhi-belly“. Sprich Verdauungsprobleme, die bis zu 5 Tagen anhalten aufgrund der Unverträglichkeit von indischen Gerichten.

An nächsten Tag nahmen wir uns mit Nadim vor, die berühmten Grabstätten Delhi´s anzuschauen. Darüber berichte ich jedoch nächstes Mal :)

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Wie plant man ein Indienabenteuer?

Wie ich schon angekündigt habe, werde ich mein Indienabenteuer in mehrere Posts gliedern. Dieser ist der erste dieser Serie. Hier geht es darum, was alles vor dem Abflug nötig war, um unsere Indienreise erleben zu können.

Ich war von meinem Uni-Semester genervt und brauchte wieder ein Abenteuer, auf das ich mich nach der langen Lernphase freuen kann. Das hilft mir jedes Mal aufs neue, mich wochenlang durch den Stoff des Semesters zu prügeln. Wie schon bei meiner Südostasienreise haben wir beschlossen, zu dritt zu reisen. Da diese Entscheidung aber erst knapp 6 Wochen vor der geplanten Abreise gefällt wurde, hieß es: Jetzt aber schnell buchen und grob planen!img_0202

Aufgrund weniger Zeit holte ich mir schnell Hilfe

Wir buchten zunächst den Flug: pro Person knapp unter 500 Euro mit Etihad und JetAirways. Ich denke, für eine recht kurzfristige Buchung haben wir da einen guten Preis erwischt. Dann ging es ans Recherchieren, um eine grobe Route herauszufinden. Es kam für mich nicht überraschend, aber ich begriff, dass ich das in der kurzen Zeit neben der Lernphase nicht schaffen würde, eine Route zu planen und die Buchungen abzustimmen, die wir vorher tätigen wollten. Also suchte ich nach Hilfe und fand www.indiasomeday.com – India Someday ist ein virtueller Reiseveranstalter, der sich auf Indien spezialisiert hat. Sehr einfach und effektiv teilte ich India Someday unsere Eckdaten mit:

  • wie viel wollen wir ausgeben
  • wie wollen wir reisen
  • was möchten wir auf jeden Fall sehen
  • wie viel Zeit haben wir

Sehr schnell bekam ich eine Antwort und einen groben Reisevorschlag von dem Team zugeschickt. Ich war sehr begeistert! In der Schnelligkeit hätte ich die Daten niemals herausfinden können. Unsere Vorgaben wurden sehr gut eingehalten und in den nächsten Wochen und ein paar E-Mails später hatten wir nach kleinen Korrekturen den für uns erstellten Reiseplan für 3 Wochen Indien. Danke, India Someday! In den weiteren Artikeln werde ich immer mal wieder auf die Leistungen von India Someday eingehen und bei Interesse auch gerne einen extra Artikel darüber verfassen.

Abgesehen von Buchungen vor Ort, was muss ich in Deutschland beachten?

Es ist immer die gleiche Leier, wenn man eine Reise in ein Schwellenland wie Indien vor hat. Sämtliche Krankheiten kann man anscheinend durch bloßes Sein bekommen und sicher ist man sowieso nie. Ich will das gar nicht herunterspielen, ich möchte bloß drauf hinweisen, dass man versuchen sollte, sich fundiert zu informieren. Wie bei der Google-Suche nach Symptomen hat man nämlich schnell nur das schlimmste vor Augen. Sucht aber lieber euren Hausarzt oder ein staatliches Tropeninstitut auf und lasst euch beraten. Jede Reise ist individuell genauso wie jeder Mensch, deswegen ist eine individuelle Beratung auch wichtig! Vor der Beratung kann man aber auf der Seite des Auswärtigen Amts mal nachschauen, zu welchen Impfungen für das Zielland dort generell geraten wird.

Wichtig: Visum!

Für alle, die bisher ihre Reisen in Europa gemacht haben – ihr braucht für Indien ein Visum, welches man nicht automatisch bei der Einreise bekommt. Der Erwerb des Visums ist aber nicht so aufwendig und Basis-Englischkenntnisse sind ausreichend. Es gibt ein E-Visa, welches für 30 Tage gültig ist und online auf https://indianvisaonline.gov.in beantragt werden kann. Kostet pro Person ca. 50 Euro.

Koffer oder Backpack?

Es gibt so manches Reiseland, dort fahren Leute in Backpacks hin, um vorrangig bloß Backpacker zu sein, wo man aber eigentlich auch einen Koffer hätte mitnehmen können. Indien würde ich nicht dazu zählen. Vor allem wenn man eine Rundreise macht und nicht bloß einen Strandurlaub. Teile vieler indischer Städte sind nicht mit einem Auto oder Bus zu erreichen, sodass man oft zu Fuß gehen muss. Natürlich benötigt man auch einen, wenn man Zeit in der Natur verbringt, generell oft den Ort wechselt etc.; das Argument der Städte jedoch finde ich am wichtigsten, da die tollen Städte Indiens sicher von jedem aufgesucht werden, der sich nach Indien wagt. Also ganz klar: Backpack!

Was man auf jeden Fall im Backpack dabei haben sollte: Kohletabletten (für die Verdauung), langärmliges und lange Hosen (für Besichtigungen), alle Reiseunterlagen in ausgedruckter Version (die Inder sind noch nicht so digital), nicht zu viele Klamotten – lieber noch ein wenig Freiraum für Einkäufe (Indien ist ein sehr serviceorientiertes Land, deswegen kann man die Klamotten überall reinigen lassen).

Preview unserer Reiseroute

Wenn alle Vorbereitungen in Deutschland abgeschlossen sind, kann man sich noch mehr auf das bevorstehende Abenteuer freuen. Auf Blogtrott werde ich unsere Stationen, Erlebnisse & Highlights mit euch teilen. Um einen kleinen Einblick zu bekommen, möchte ich euch aber hiermit schon unsere Reiseroute vorstellen:

Indienreise Februar 2017

Unsere Reise begann in Delhi, anschließend fuhren wir mit einem Auto über Agra nach Jaipur. Von dort aus ging es mit einem Nachtzug nach Jaisalmer. Nach unserem Aufenthat dort fuhren wir erneut mit einem Auto über Jodhpur nach Udaipur. Von Udaipur flogen wir, mit einem kurzen Zwischenstop in Mumbai, nach Goa, von wo aus auch unser Rückflug über Delhi zurück ging.

Für Fragen, rund um die Planung einer Indienreise könnt ihr mir gerne auch persönlich schreiben oder einen Kommentar hinterlassen. Ich werde mich bemühen, jede Frage zu beantworten: 

Bis zum nächsten Beitrag,

euer Alex :)

Bali – ein Tipp gegen den Winter

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber in München ist das Wetter im Moment sehr abwechslungsreich. Es wechselt zwischen Regen und Sonne bei stetiger Kälte und Nässe. Es ist die Zeit, wo es noch nicht wirklich winterlich ist, der Glühwein noch nicht glüht, man aber schon die Winterjacke herausgeholt hat.

In dieser Zeit wünscht man sich, an einem warmen Ort mit viel Sonne zu sein. Und genau dafür soll dieser Artikel sein. Einmal, um zu inspirieren den eigenen Urlaub auf eine solche Zeit zu legen und auf der anderen Seite das nächste Land meiner Südostasienreise vorzustellen – Bali, Indonesien.

fullsizeoutput_a7dDieser Beitrag gilt als Einstieg für Balibesucher. Bali ist eines der Top-Attraktionen Asiens aus Sicht der westlichen Welt. Nach meinem Besuch dort kann ich es als solchen auch nur bestätigen! „Bali – ein Tipp gegen den Winter“ weiterlesen

Backpacking Weltweit mit Gewinnspiel

Es freut mich sehr schreiben zu können, dass von mir ein Beitrag in dem Buch Backpacking Weltweit erschienen ist. Wie dieser Blog ja zeigt, schreibe ich sehr gerne über meine Reisen und dem ach so schönen Drumherum. Es hat mich daher total gefreut, als die Redaktion des MANA-Verlags auf mich zukam und mich nach einem Beitrag für das anstehende Buch Backpacking Weltweit ansprach. Ich war sofort begeistert und habe natürlich gleich Ja zu diesem Projekt gesagt. „Backpacking Weltweit mit Gewinnspiel“ weiterlesen

Singapur – die Ausnahme Asiens

Nach Kuala Lumpur ging es für uns dann nach Singapur. Wir flogen mit TigerAir und es war so gut, wie es bei einer Low Budget Airline sein kann. Der Flug dauerte nur 1,5 Std – die gehen sehr schnell vorbei. Angekommen in Singapur waren wir gleich begeistert. Der Flughafen ist sehr schön angelegt und auch die ganzen Sicherheitskontrollen ließen, vor allem in den aktuellen Zeiten, einen sicher fühlen. Wir tauschten wie immer erstmal ein wenig Geld und aus den malaysischen Ringgit wurden Singapurdollar. Der Kurs von Euro zu SIN$ war 1:1,60. „Singapur – die Ausnahme Asiens“ weiterlesen

Kuala Lumpur im Schnelldurchlauf

In meinen Beiträgen von den Batu Höhlen und Kuala Lumpur – ein Zusammenspiel von Gegensätzen habe ich ja schon einiges über Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia berichtet. Natürlich haben wir auf unserem Aufenthalt dort aber noch einiges mehr gesehen. „Kuala Lumpur im Schnelldurchlauf“ weiterlesen

Die Batu Höhlen in Kuala Lumpur, Malaysia

Einen kleinen Eindruck über Kuala Lumpur habe ich in Kuala Lumpur – ein Zusammenspiel von Gegensätzen schon geschildert.

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Hier wird deutlich, wie nah die Baut-Höhlen an Kuala Lumpur sind

Hier möchte ich euch ein wenig über die Batu Höhlen in Kuala Lumpur berichten. Die Batu Höhlen gehören zur indischen Kultur in Malaysia. Sie sind von Kuala Lumpur leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, da die Höhlen bloß 13km von der nordwestlich der Stadt liegen. „Die Batu Höhlen in Kuala Lumpur, Malaysia“ weiterlesen

Einen Monat Asien – die Vorbereitungen

Durch ein Studium haben viele in den Semesterferien wohl so viel Zeit frei wie danach wohl nie wieder. 1,5 – 3 Monate frei und das ist total okay und niemand sagt was. Diese Zeit sollte man nutzen.

Das habe ich für die nächsten Semesterferien vor. Da wird es heißen: Asien, ich komme! Nachdem ich Thailand schon besucht habe und dort einen starken Eindruck bekam, möchte ich nun noch andere Facetten von Südostasien kennen lernen.

„Einen Monat Asien – die Vorbereitungen“ weiterlesen

Marlena auf Reisen: Costa Rica

Hallo ihr Lieben,

ich würde mich gerne bei euch vorstellen. Ich bin Marlena, 21 Jahre jung, aus München und bin Gastautorin auf diesen Blog. Alex und ich studieren zusammen und teilen die Leidenschaft fürs Reisen und schreiben. Da wir uns fast jeden Tag in der Uni sehen, hat er natürlich mitbekommen dass ich in den Semesterferien auf einer Rucksacktour für 4 Wochen in Costa Rica war und hat mich gebeten für euch einen kleinen Erfahrungsbericht zu schreiben, ich hab natürlich mit Freuden zugesagt und hier ist er, mein erster Blogbeitrag.

Warum Costa Rica?

Sonne, Strand, Meer, unglaublich nette Einheimische, Backpacker, leckeres Essen, Outdoor activities, atemberaubende Landschaften, größte Artenvielfalt der Welt, exotische Tiere und Pflanzen. Hier bist du, wenn du das Abenteuer suchst, genau richtig

Los Geht’s – ein paar Infos

MontezumaGanz ehrlich, die Vorbereitungen der Reise liefen etwas chaotisch ab, eigentlich bin ich ein sehr ordentlicher organisierter Mensch aber manchmal ist etwas Unordnung in jeder Hinsicht gut – so bleibt es spannend. Den Entschluss die Reise in den Ferien zu machen habe ich schon früher getroffen, allerdings standen die Klausuren und Arbeit an erster Stelle und haben mich voll beansprucht, deshalb musste ich die Planung etwas hinten anstellen. Zuerst wollte ich mit Begleitung reisen, weil ich immer alleine reise hatte ich Lust auf einen Travel-companion, allerdings ist mir meine Freundin aufgrund von Krankheit und abgelaufenen Passes abgesprungen. Von solchen Dingen lasse ich mich aber nicht vom Weg abringen und habe im Reisebüro meinen Flug nach San Jose, Costa Rica für 720€ (American Airlines, 2x mal Umsteigen in Philadelphia und Miami) gebucht. Den Preis fand ich in Ordnung, ich habe ca 10 Tage vor Abflug gebucht und musste 2xmal Umsteigen und hatte einen längeren Aufenthalt in Miami (über Nacht, es gab ein Feldbettenlager). Solltest du alleine Reisen ist das echt okay, aber mit Begleitung oder gar Familie empfehle ich eine andere Verbindung zu wählen, bist du jung und suchst das Abenteuer ist es überhaupt nicht schlimm. Für Flüge nach Central America sollte man ca. 500-1000€ einrechnen, die meisten Flüge haben Ihre Verbindungen in den Staaten, es gibt eine wenige Direkt Flüge und oder auch Airlines die in Spanien oder Portugal zwischenlanden.

Als Reiseführer kann ich euch den „Lonely Planet – Central America on a shoestring“ empfehlen, er gibt super Übernachtungs-tipps und ist ein toller Ratgeber für Touren und Attraktionen, es sind Karten, Übersetzungen, Sicherheitsinfos, Busfahrpläne, kulturelle Informationen und viele weitere brauchbare Features enthalten. Der Guide ist besonders hilfreich wenn ihr eine Backpackingtour plant und bereit seid ein Abenteuer zu erleben und viele neue Leute kennen zu lernen.

Sprache: In Costa Rica spricht man Spanisch, zwar wird in den touristischen Orten auch Englisch gesprochen, aber Grundkenntnisse wie das eigene Vorstellen oder nach den Weg fragen, sollte man lernen bzw. schnappt man das schnell auf und man sammelt schnell Sympathie Punkte bei den Locals. Einfach mal versuchen!

Packliste: Unbedingt mitnehmen solltet ihr Sonnencreme, Strandklamotten, Flip Flops, Bikinis, Kopfbedeckung, festes Schuhwerk, Regenjacke, kleine Reiseapotheke (Schmerztabletten, Pflaster, Durchfallmedizin) und auch 1 lange Hose und 2 Pullover (für den Regenwald). Insektenspray würde ich immer vor Ort kaufen, da die Locals immer wissen was am besten gegen die Biester hilft bzw. in dem entsprechenden Land eventuell andere Inhaltsstoffe sind als zB in Deutschland für „deutsche Mücken“.

Impfungen: Apropos wenn ich schon dabei bin, für Costa Rica sind medizinisch gesehen keine Impfungen notwendig (Hepatitis B wäre dennoch zu empfehlen) solltet ihr allerdings vorhaben auch das Nachbarland Panama zu besuchen, müsst ihr euch gegen Gelbfieber impfen lassen sonst klappt es nicht mit der Ein-und Ausreise. Die Impfung kostet ca. 90€, nicht alle Arztpraxen, vor allem Hausarztpraxen ist es nicht erlaubt diese Impfung selbst durchzuführen, ich bin mir aber sicher, dass euer Hausarzt, so wie meiner, einen guten Tropenmediziner kennt der das schnell und schmerzfrei durchführt. Vergesst euren Impfpass nicht, denn ihr bekommt einen Stempel der BRD in euren Impfpass zur Vorlage bei den Behörden, solltet ihr die Grenze nach Panama überqueren.

Visa: Auch gut zu wissen ist, dass man als deutscher Staatsbürger kein Visa im Vorlauf beantragen muss, solltet ihr allerdings über die USA einreisen bzw. fliegen, vergesst euch bitte nicht das ESTA zu holen (https://esta.cbp.dhs.gov/esta/ , Kosten ca. 14$)für die Staaten braucht ihr nämlich ein Visum, aber keine Angst das läuft ganz problemlos ab und ist meist innerhalb von ein paar Minuten genehmigt und ist für 2 Jahre gültig. In Costa Rica selbst wird man nach Aufenthaltsgrund und Dauer gefragt und bekommt eine Aufenthaltserlaubnis für entweder 30 oder 90 Tage, eine Einreisegebühr muss man nicht bezahlen, aber ACHTUNG eine „Departure Tax“ also beim Verlassen des Landes fällt eine Gebühr von 29$ an die entweder bar oder mit einer Visa Kreditkarte bezahlt werden muss.

Geld: Die Währung in Costa Rica ist der Colon (550 Colones entspricht ungefähr 1US Dollar, 610Colones ca 1€). Der US Dollar und der Colon werden als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert. Kreditkarten werden weitläufig akzeptiert, allerdings sollte man IMMER Bargeld dabei haben. Geldautomaten sind weit verbreitet.

Fortschritt&Sichertheit: Costa Rica ist das vergleichsweise teuerste Land (Accomodation Dorm ca 10$, Busreisen von 1-15$, und Essen ca 10$ pro Tag) in Central America, jedoch aber auch am wohlhabendsten, fortschrittlichsten (CR bezieht seine komplette Energie aus erneuerbaren Energien) und vor allem am sichersten, ich persönlich bin nicht im Kontakt mit Kriminalität gekommen, dennoch sollte man vorsichtig sein, wenn man aber logisch denkt und nicht Nachts allein durch die Gegend läuft und seine Wertsachen im Safe einsperrt, sollte es aber keine Probleme geben. Die Ticos (Einwohner Costa Ricas) haben es nämlich verstanden, dass wenn sie ihre Touristen gut behandeln diese auch gerne wieder kommen und Geld in das Land bringen.

Öffentliche Verkehrsmittel: Die Busse sind sehr empfehlenswert (für mich immer der beste Weg ein Land kennen zu lernen), die Straßen in Costa Rica sind abenteuerlich, sehr hügelig und deshalb kann es öfter mal länger dauern, die Verbindungen jedoch sind super und die Busse auf Langstrecken haben meist AC, die kleineren eher selten, es ist dennoch erträglich, da der Fahrtwind kühle Luft durchs Fenster blähst. Der größte Umsteigeknotenpunkt ist San Jose, von dort kommt ihr wirklich überall hin.

Zum Thema Drogen: Marihuana ist Illegal, obwohl es dieses gibt wie Sand am Meer, dennoch rate ich allen vorsichtig zu sein, denn die Polizei versteht bei Missbrauch keinen Spaß.

Reisezeiten: Die Trockenzeit in Costa Rica ist von Januar – April, hier habt ihr eigentlich nur Sonnenschein, an vereinzelten Orten kann es auch mal regnen, aber sonst erwarten euch tolle warme sonnige Tage – eine super Zeit um deine Reise zu machen. Von Mai – Juli ist Regenzeit, dieser Zeitraum wird aber auch die „grüne Jahreszeit“ genannt da durch den Regen sich die Natur erholen kann und alles wunderschön grün wird, für Costa Rica heißt dass, mehr Regen – weniger Touristen und die Unterkünfte werden günstiger, die Locals genießen die etwas ruhigeren Monate! Aber alle Achtung für alle Schildkröten Fans – genau jetzt bis Ende August – hat man die besten Chancen auf die richtig großen Meeresschildkröten zu treffen (vor allem in Tortuguero).

Die Mentalität und das Lebensmotto der Ticos ist „PURA VIDA“, es ist schwer zu übersetzen da es wirklich eine Lebenseinstellung ist und es bedeutet so viel wie „genieß das Leben“, „alles gut“, „Hallo“, „Tschüss“, „coole Sache“, also auf jeden Fall kann man es in jedem positiven Zusammenhang einsetzen und verwenden.

Essen: GranadillaDas Nationalgericht in CR ist Gallo Pinto, das ist Reis mit schwarzen Bohnen, die Ticos lieben dieses Gericht und es wird in 1000 verschiedenen Varianten serviert. Oft wird der Reis mit Bohnen zum Frühstück und als Beilage bei anderen Gerichten gegessen und ist super lecker (und ich mag nicht mal Bohnen). Die Küche insgesamt ist unglaublich gut, bei Fleisch sollte man etwas vorsichtig sein und beim Metzger seines Vertrauens einkaufen, allerdings sind Fisch und Früchte ohne Bedenken zu genießen und das auch bitte in Massen es ist wirklich alles unglaublich frisch und naturbelassen. Ein Paradies für alle Vegetarier! Versucht so oft wie möglich in einem „Soda“ zu essen, diese Läden werden von Einheimischen geführt, sind vergleichsweise günstig und bieten das aller beste traditionelle Essen zu guten Portionen. Ihr solltet unbedingt die Früchte und Milkshakes dort probieren und eine Granadilla essen, sie sieht zwar etwas unappetitlich aus, ist aber sehr süß und lecker.

Das Leitungswasser war in den meisten Unterkünften ist genießbar, am besten fragt ihr immer an der Rezeption nach ob es trinkbar ist oder nicht. Sollte man aber einen empfindlichen Magen haben würde ich es nicht empfehlen, dass macht das Reisen leider auch etwas teuer denn ich würde ca. 5$ pro Tag für Wasser einrechnen. Ach ja und wie gesagt, vergesst nicht eure Durchfallmedizin!

Bei dem Thema fällt mir noch etwas lustiges ein, in Costa Rica ist das Abwassersystem nicht wie das Europäische, deshalb gibt es auf jeder Toilette Mülleimer, ja sogar bei den Männern. Warum? Weil man da sein gebrauchtes Toilettenpapier reinschmeißt. Ich lass das einfach mal so stehen. Man gewöhnt sich aber ganz schnell daran. Etwas eklig wird’s nur wenn der Mülleimer überquillt, aber hey, es ist Costa Rica – Paradise Problems.

Nach all den Infos, erzähl ich euch etwas über meine Reise…

Gelandet bin ich in San Jose  (Hauptstadt, größter Flughafen) und habe 2 Tage zum „ankommen“ dort verbracht, ich mache das auf jeder Reise so, um mich zu akklimatisieren d.h. erst mal Umgebung bekunden, wie läuft alles ab, öffentliche Verkehrsmittel, Sprache, Mentalität und am wichtigsten: Kontakte knüpfen. San Jose ist keine besonders hübsche Stadt, es gibt definitiv schöne Ecken wie z.B. den Market, aber mal ehrlich man ist nicht in Costa Rica um sich eine Stadt anzuschauen sondern um raus in die Natur zu gehen, also 2 Tage San Jose reichen vollkommen aus! Mein Tipp: den Markt im Herzen der Stadt besuchen, Hostel: Costa Rica Backpackers (Shuttle services)

Danach ging es für mich im Bus weiter nach Montezuma, die Einheimischen nennen das kleine Hippie Örtchen „Montefuma“, ihr könnt euch denken, wieso. Die Busfahrt war lang und abenteuerlich und beinhaltete eine 2 stündige Fahrt mit der Fähre (Kosten ca 15$). Aber das kleine alternative, fröhliche, künstlerische Dorf an der Pazifik Küste entschädigt für die anstrengende Busfahrt. Tolle Strände, Wasserfälle und „positive Vibes only“!

Meine Empfehlung (2-3 Tage Aufenthalt)NICHT HOSTEL LYS J. Mein Tipp: Unbedingt nachts den wunderschönen Sternenhimmel bewundern und früh morgens aufstehen um den Sonnenaufgang zu beobachten. Nicht zu verpassen: Die Wasserfälle (60m, mit kleineren Ablegern zum Springen und wunderschönen Wanderweg) und 2x die Woche ist Reggea Night – das heißt Feuershow, trommeln, trinken, tanzen und lachen bis zum Umfallen.

Playa HermosaDanach ging es weiter mit dem lokalen Bus nach Santa Teresa (ca. 1-2 Stunden fahrt) ein absolutes Surf Mekka, das kleine Dorf ist voll mit Surf-verrückten aus aller Welt die bis spät in der Nacht feiern gehen und die dann morgens die Ersten im Wasser sind, um die perfekte Welle zu reiten. Meine Empfehlung: (2-3 Tage Aufenthalt) Hostel: Pura Vida Mini Hostel, Tranquillo Backpackers Mein Tipp: Playa Hermosa, der schönste Strand in der Gegend und bleibt bitte bis zum Sonnenuntergang (unbezahlbar)!!!! Unbedingt mal mit dem Surfboard raus und den Tag mit einem Bier ausklingen lassen:

Red eyed FrogDer nächste Stopp war Monteverde im Landesinneren. Monteverde ist unglaublich grün – wirklich grün, grün, kein Wunder, denn hier findet ihr den einzigen Cloud Rainforrest der Welt in Santa Elena. Mein Tipp: Zip Lining (wird zu den besten der Welt gezählt und hat hier in Costa Rica, in Monteverde, seinen Ursprung) im Dschungel und eine Nightwalk Tour durch den Regenwald, die beste Möglichkeit, Faultiere, Affen, Frösche, Schlangen und Spinnen in ihrem natürlichen Lebensraum zu begegnen Meine Empfehlung: 2 Tage Aufenthalt voller Aktivitäten und danach für 20-25$ die Jeep-Boat-Jeep Tour nach La Fortuna am Vulkan El Arenal. Der einfachste, komfortabelste und schnellste Weg nach La Fortuna.

Ich will zurück!!! Ich hab wirklich mein Herz in La Fortuna verloren, diese Stadt die am beeindruckenden Vulkan El Arenal liegt, (letzter Ausbruch 1968, Status: schläft) hat mich voll und ganz überwältigt. Es gibt unglaublich viele Outdoor-aktivitäten, Hiking, Climbing, Free natural Hot Springs, Cherro Chato Hike (ein See im Vulkan Krater), Rafting, stand up paddle board am Lake Arenal, Horsebackriding, Zip-Lining, Hot River + Tarzan Swing, Waterfalls und natürlich Party! Für mich ist La Fortuna in Costa Rica ein absolutes MUSS. Meine Empfehlung: mind. 3Tage Mein Tipp: Cherro Chato Hike, 2 Vulcano Tour, Hot Springs, Rafting, Party Spots: Magic Mountian, El Establo

weg

Weiter ging es mit dem etwas zu teuren privaten Shuttle (ca 50$) nach Tortuguero. Wenn das schreiende Baby nicht gewesen wäre, wäre es bestimmt eine schöne Fahrt gewesen, jetzt bin ich leider vorbelastet und fand die Fahrt echt anstrengend, aber bei euch ist das bestimmt nicht der Fall, die Natur die ihr nämlich während der Fahrt zu Gesicht bekommt ist atemberaubend.

El ArenalTortuguero ist weltberühmt wegen der Riesen-Schildkröten, die von Juli bis Ende August dort ankommen um zu ihre Eier zu legen, und ist ausschließlich per Boot zu erreichen. Die Überfahrt war eines der beeindrucktesten Erlebnisse die ich bisher hatte, die Landschaft ist einfach unbeschreiblich, mit viel Glück bekommt ihr sogar Krokodile zu sehen und man sitzt in diesem kleinem Boot am anderen Ende der Welt, weit weg von zuhause und erlebt all diese spannenden, aufregenden Dinge und genau in solchen Momenten weiß ich mein Leben wirklich zu schätzen, dass ich die Möglichkeit und Mittel habe solche Reisen zu unternehmen. Tortuguero ist ein sehr kleines Dorf an der nördlichen Karibikküste, der Strand ist wunderschön aber an Baden ist leider nicht zu denken, die Strömungen sind sehr stark und man sollte nicht weiter als bis zur Brust ins Wasser gehen, trotzdem etwas vergleichbares wie Tortuguero ist auf dieser Welt schwer zu finden und ist die Anreise wert. Meine Empfehlung: 2 Tage Aufenthalt (Hostel: Balcon del Mar) Mein Tipp: Dreistündige Kanutour buchen, der beste Weg Tortuguero und den Nationalpark im Wasser zu erkunden und bekommt wahnsinnig viele Tiere zu sehen.

WasserfallDer nächste Stopp hieß Puerto Viejo im Süden der Karibik Küste, entweder nimmt man den Bus und muss ca. 100 mal umsteigen oder ihr leistet euch das etwas teurere Boot (35$) von Tortuguero nach Moin (ca 3Std) und fährt dann mit dem Bus weiter nach Limon und steigt dann um in den Bus nach Puerto Viejo. Keine Angst, die Ticos wissen wirklich was sie da machen und die Verbindungen, wie oben schon erwähnt, sind einfach klasse. Die Bootsfahrt war super und man sieht nochmal viele Tiere und unterschiedliche Landschaften, was die unbequemen Sitze entschädigt. So, endlich in Puerto Viejo angekommen hieß es erst mal Unterkunft suchen, dieses Dorf an der Grenze zu Panama (Bocas del Torro) ist bei Backpackern sehr beliebt, es gibt ein rießiges Hostel Rocking J´s das auch Hängematten zum schlafen, einen Campingplatz und normale Dorms zum schlafen anbietet. Abends finden oft Partys im Hostel bzw. im großen Außenbereich statt, natürlich mit Lagerfeuer und Lichtshow am Strand. In Puerto Viejo mietet ihr euch am besten ein Fahrrad (pro Tag ca 6$) und erkundet die umliegenden Strände. Auch sehr beliebt dort ist tauchen und schnorcheln. Meine Empfehlung: ca 2 Tage Aufenthalt, Hostel Bikini     Mein Tipp: Punta Uva, schönster Strand und Playa Negra, wie der Name schon verrät findet ihr dort schwarzen Sand.

Von Puerto Viejo aus zieht es viele nach Bocas del Torro (Panama) oder an die südliche Pazifikküste nach Dominical, oder Manuel Antonip, alles wunderschöne Orte, die ich aber leider nur aus Erzählungen und von Bildern kenne, solltet ihr dort aber hinreisen, schreibt mir bitte eine Postkarte!

Mich dagegen zog es wieder mit dem Bus hoch in den Norden der Pazifikküste, nach Tamarindo, da ich einen Bekannten getroffen habe der in Playa Grande lebt. Ich kenne ihn von meinem Auslandsjahr in Kanada und wir haben einige Zeit im gleichen Hostel gelebt. Tamarindo ist sehr nordamerikanisch und unglaublich touristisch, aber auch sehr gut um Surfen zu lernen. Tamarindo ist wirklich mehr etwas für Pauschalreisen und Resort Liebhaber, etwas teurer und sauberer. Es gibt tolle Shops, einen schönen Strand und viele junge feierwütige Amerikaner. Meine Empfehlung: 2 Tage Aufenthalt im Hostel La oveja negra

Zuletzt ging es dann für mich zurück nach San Jose, weil ich meinen Rückflug antreten musste, leider. Ich wäre gerne noch geblieben, 4 Wochen sind wirklich ausreichend für Costa Rica. Allerdings machen Leute, Wetter und andere Backpacker mit ihren tollen Geschichten und Erzählungen Lust auf mehr und ich wäre nur zu gern in den Bus nach Nicaragua gestiegen um meinen Weg über Honduras, Guatemala und Beliz nach Mexico zu machen, aber das muss wohl noch ein bisschen warten. Die Uni ist zwar schon wieder losgegangen, aber in Gedanken und Herzen bin ich immer noch in Costa Rica. Ich brauche immer eine Weile um wieder „ganz“ zuhause angekommen, falls dies überhaupt möglich ist. Aber das ist das bittersüße am Reisen, deshalb bekomme ich nie genug. Ich brauch das Gefühl immer wieder, die Nervosität vor der Reise, die Gelassenheit währenddessen und das lachende und weinende Auge beim Abschied. Auf all meinen Reisen durfte ich immer wundervolle Menschen kennen lernen und begleiten und ich bin jedem einzelnen dankbar, für viele tolle Gespräche, Ratschläge, Hilfe, Stunden voller Lachen, Abenteuer und Moonshine Schnaps und auch die Momente in der wir uns in der Melancholie verloren haben. Auf jeden Fall versuche ich die PURA VIDA Mentalität mehr in meinen Alltag zu übernehmen und zu schätzen was ich habe und versuche die Dinge nicht immer zu Ernst zu sehen. Ich kann es kaum erwarten meinen nächsten Trip zu planen, denn das ist was mich antreibt und auf was ich hinarbeite. Reisen erfüllt mich von ganzen Herzen und ich erlebe es mit all meinen Sinnen und Gefühlen.

Falls ihr denkt ich hatte vorher einen Plan von dem was ich in Costa Rica mache hab ich euch gut getäuscht, ich hab mir 1 Tag vor Abflug mein Hostel per Hostelworld (sehr empfehlenswert) gebucht und alles andere ergab sich von ganz allein. Es ist gut auf Reisen ein „Grundgerüst“ zu haben, aber da sollte definitiv auch Raum für spontane Entscheidungen sein, denn keine Angst die kommen von ganz allein. Ehrlich ich wusste so gut wie nichts über Costa Rica und hab im Vorfeld wenig recherchiert (Thanks Wikipedia!). Man setzt sich ganz automatisch mit Land und Leuten auseinander und lernt sein Reiseziel während der Reise am besten kennen. Ich zähle und setzte auf diese Vorgehensweise bei den meisten Reisen, vor allem die wenn ich alleine und länger unterwegs bin. Es ist wirklich die beste Art und Weise Leute kennen zu lernen und um sich Gruppen anzuschließen und somit wirklich aufregende, spannende Dinge zu erleben.

Danke, dass ich meine Erfahrungen mit euch teilen durfte und ich hoffe es hat euch gefallen, solltet ihr irgendwelche Anregungen haben, über ein Feedback oder Kommentare freue ich mich natürlich wahnsinnig. Ich hoffe natürlich auch, dass mein Bericht hilfreich war und das ich euch Lust auf das Land machen konnte, das zu recht zum „Happiest Place on Earth“ gewählt wurde.

Also, hiermit „Safe Travels“ und viel, viel Spaß bei eurem Abenteuer, eure Marlena =)

Marlena

Mein Australienabenteuer – Reise, Ankunft und erste Schritte

Plötzlich war er da – der Abschied. Es war sehr rührend, traurig und schön zugleich, als so viele Menschen mich ab Flughafen verabschiedet haben. Es war ein sehr komisches Gefühl. Ich erinnere mich auch an den Gedanken „Bist du eig. bescheuert? Du hast du tolle Menschen in deinem Leben, wieso reist du jetzt an das andere Ende der Welt?!“

Die Reise war schon aufregend und anders als alle meine bisherigen. Bei einer Reise weiß man das erste Mal nie so richtig, was einem im Detail erwartet. Aber dieses mal war es anders. Ich hatte plötzlich das Gefühl, komplett unvorbereitet zu sein. Ich flog grad mal eben an das andere Ende der Welt mit der Absicht dort für eine Zeit zu leben und zu arbeiten. „Mein Australienabenteuer – Reise, Ankunft und erste Schritte“ weiterlesen