Bratislava – Prags kleine Schwester


Vor einiger Zeit habe ich schon darüber geschrieben, dass ich spontan nach Bratislava entführt wurde. Nun komme ich auch endlich dazu, über diese Reise zu berichten.

Dass Bratislava die Hauptstadt von der Slowakei ist muss man, glaube ich, auch erstmal wissen. Nach dieser Reise habe ich sogar die Erfahrung gemacht, dass in den Köpfen vor allem älterer Menschen, die Tschechoslowakei noch immer existiert und Prag die Hauptstadt davon ist.

Zunächst hat mich überrascht, dass man von Wien aus nicht mal eine Stunde nach Bratislava fährt und diese Überfahrt auch wirklich gut für den Geldbeutel ist. Das lässt natürlich vermuten, dass die Stadt ein wenig deutsch/österreichisch geprägt ist – und das stimmt vollkommen! Sei es natürlich primär aufgrund der Touristen, die von Wien aus natürlich „mal eben“ dorthin fahren können und die damit verbundene Sprache, denn für eine Stadt, die sehr vom Tourismus lebt, ist Kommunikation natürlich sehr wichtig. So haben wir sehr schnell festgestellt, dass man mit deutsch besser zurecht kommt als mit englisch.

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In meinem Beitrag ein unerwartetes Wochenende habe ich ja schon ein wenig berichtet. Die Stadt hat wirklich einiges zu bieten und vor allem deswegen wundert es mich, weswegen ich noch nie vorher gehört habe „Ich war in Bratislava, da musst du umbedingt mal hin“.

Die Altstadt hat mich sehr an die von Prag erinnert, was natürlich auch an dem geschichtlichen Hintergrund nicht wundert. Die hübschen Gassen, der Baustil und die offensichtliche Liebe zum Bier sind hier genauso wie in Prag zu finden.

In Bratislava findet man noch viele alte Gebäude, eine alte Burg und ein Schloss hoch oben auf einem Berg, wo man eine atemberaubende Aussicht über die Stadt hat. IMG_0236

Was mich sehr gewundert hat ist die teilweise Leere auf den Straßen. Wir hatten super Wetter und waren an einem Wochenende dort. Mit der Leere meine ich keine leerstehenden Häuser, geschlossene Geschäfte oder einfach menschenleere Straßen sondern eher im Kontrast zu anderen europäischen Metropolen, wo man an warmen Sommertagen am Wochenende sich durch die Innenstädte kämpfen muss, um bloß alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Da ich über Bratislava vorher kaum was wusste blieb der hetzende Gedanke „ich muss XY noch umbedingt sehen“ vollkommen weg, was zur Abwechslung wirklich sehr schön war. Denn auch wenn man nicht nur wegen Sehenswürdigkeiten verreist, ist man offensichtlich oftmals daran interessiert, möglichst alle zu sehen.

Ich kann jetzt im Detail gar nicht wiedergeben, welche Plätze, Gebäude, Stadtteile oder Läden ich dort nun besonders fand, sondern kann und will hier nur die Stadt im Gesamten loben – für ein ruhiges Wochenende eine neue Stadt zu entdecken und nebenbei die kulinarischen Aspekte zu genießen war es perfekt!

Fortbewegen war in Bratislava für uns sehr einfach, weil wir sehr zentral untergekommen sind und alles zu Fuß erkunden konnten. Es fährt dort aber auch eine Tram und in der eher engen Altstadt kann man kleine Fuhrwerke entdecken, die Touristen durch die Stadt fahren.

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Bier kann man in Bratislava, genau wie in Prag, wirklich gut genießen und auch ausprobieren. Marken und Sorten, die man in Deutschland nicht kennt sind dort sehr viel vertreten und die Preise für einen halben Liter Bier sind mit 2,00 – 2,50€ auch wirklich erschwinglich, um sich durch neue Sorten zu probieren.

Beim Essen war ich ein wenig überrascht. Da das durchschnittliche Einkommen in der Slowakei weit hinter dem deutschen liegt habe ich mit weitaus geringeren Preisen gerechnet. Im Gegensatz zu Prag hat die Slowakei auch den Euro, wodurch man sehr gut und sehr schnell vergleichen konnte. So habe ich einen gerade mal kleinen Unterschied zu einem Essen in Münchner Restaurants feststellen können. Mag daran liegen, dass ich auch in München nie die upper class Restaurants besuche aber trotzdem hat mich dieser Vergleich sehr überrascht.

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Abschließend möchte ich noch mein persönliches kulinarisches Highlight dieser Reise präsentieren. Es ist bloß eine Vorspeise und beim Lesen der Karte fiel dieses Gericht auch nicht wirklich gleich ins Auge aber uns hat es unglaublich gut geschmeckt. An einen bestimmten Namen kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Es ist in Öl, Ziebeln und Knoblauch eingelegter Camembert. Serviert mit rustikalem Baguette/Brot und gut gepfeffert. Es war wirklich unglaublich lecker und falls ich es selbst mal gut hinbekomme teile ich natürlich das Rezept!

Im großen und ganzen hat mich Bratislava sehr überrascht. Es hat sehr viel Freude bereitet durch die Straßen zu schlendern, an so mancher Ecke auf ein Bier inne zu halten und in den liebevoll gestalteten Innenhöfen zu sitzen. Bei Gelegenheit werde ich diese Stadt nochmals besuchen aber natürlich hoffe ich auch, dass ich wieder die Möglichkeit bekomme eine so tolle, aber eher unbekannte Stadt, zu entdecken. Ich würde jedem, der in der Nähe ist oder abseits der vielen Touristenströme eine Hauptstadt erkunden will, diese Stadt empfehlen – vor allem im Sommer!

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Denn man sollte immer mal rausschauen und entdecken, was in unmittelbarer nähe auf einen warten könnte :)

Alex

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