Konzentrationslager Dachau – ein furchtbarer Blick in die Vergangenheit


Es ist nun schon länger her, dass ich einen Beitrag über einen deutschen Ort geschrieben habe. Seit 1,5 Jahren lebe ich nun schon in München aber erst letztes Wochenende habe ich das erste Mal Dachau besucht.

Ich war in meinem Leben schon vorher in 2 verschiedenen Konzentrationslagern und es war jedes Mal ein schreckliches Bild mit schrecklichen Vorstellungen. Neuengamme in der Nähe von Hamburg war mein erstes KZ was ich gesehen habe. Ich war damals in der Realschule, 7. oder 8. Klasse. Mir war bei dem Besuch nicht wirklich bewusst, was dort erzählt und gezeigt wurde. Aber auch da war klar – Deutschlands Vergangenheit ist dunkel und mit dem Blut vieler Unschuldiger getränkt. Das zweite KZ war in Polen, genauer gesagt in Stutthof. Es war von dem, was den Menschen passiert ist, noch realer. Echte Knochen, große Leinen mit den Namen der verstorbenen und eine „Gaskammer“. Was für mich bis heute tief im Gedächtnis geblieben ist, eine Mitschülerin identifizierte Ihren Großvater auf einem der Leinen. Es ist zwar für uns sehr lange her aber so lang ist es das nicht.

Ich habe mir in letzter Zeit öfter mal Gedanken zu dieser Zeit gemacht, nachdem ich gelesen habe, dass dich die Geschichte eines Landes nach 100 Jahren in ähnlicher Weise wiederholt. Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe, aber das macht mir angst.

Mein Besuch in Dachau war sehr erdend. Es ist viel schlimmes passiert und vor allem ist es systematisch und mit ähnlichem Wissen wie heute erfolgt. Es ist noch nicht so lange her, da wurde die Würde eines Menschen vollkommen ignoriert…

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Das originale Tor wurde vor einiger Zeit geklaut und wurde bis heute nicht aufgefunden. Aber „Arbeit macht frei“ ? Fick dich!

 

Was schon im Bus zum KZ aufgefallen ist – Menschen aus der ganzen Welt besichtigen das Konzentrationslager, mit dem alles angefangen hat. Angekommen ging es zunächst durch dieses Tor, durch so viele Menschen vor mir gingen mussten. Ein großer Teil der früheren Anlage wurde in ein Museum umgebaut. Ich war wirklich beeindruckt, wie gut und ausführlich die Geschichte dort aufbereitet wurde.

 

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Alle Informationen gab es auf deutsch und auf englisch zu lesen.

Von Beginn des Konzentrationslagers mit verschiedenen Dokumenten, mit Zeitungsartikel und natürlich Erklärungen. Schon gleich am Anfang fiel mir ein Dokument ins Auge, auf dem die „Zugänge“ und Entlassungen Dokumentiert waren. Frei gelassen wurde so gut wie niemand, den Tod fanden dafür aber umso mehr. Ich kann die Menge an Informationen gar nicht wiedergeben. Es war einfach so viel und es war schlimm. Menschen wurden, aufgrund von Nichtigkeiten, dort gefangen gehalten und hatten nicht mal mehr ihr Hab und Gut, was sie vielleicht zu dem Menschen gemacht hat, welcher sie waren. Es wurde berichtet von der grausamen Arbeit, die die Häftlinge dort verrichten mussten, von den Experimenten, die unter der Aufsicht von „Ärzten“ durchgeführt wurden und allgemein über die Umstände, unter denen die Menschen dort hausen mussten.

Dass es so viele dieser grausamen Orte geben konnte ist mir unbegreiflich
Dass es so viele dieser grausamen Orte geben konnte ist mir unbegreiflich. Auf diesem Bild sieht man eine Karte mit den betroffenen Ländern im 2. Weltkrieg.

Die Menschen litten unter Krankheit, unter Mangelerscheinungen und ich glaube die seelischen Schmerzen kann sich kaum jemand heutzutage in Deutschland vorstellen. Es wurden dort Juden, geistliche, „Aufständler“, Homosexuelle, Behinderte und Ausländer gefangen gehalten. Sie wurden geschlagen und misshandelt.

Ganz normale Menschen, die innerhalb dieser Mauern keine Rechte mehr basaßen.
Ganz normale Menschen, die innerhalb dieser Mauern keine Rechte mehr basaßen.

Das restliche Gelände ist noch ähnlich erhalten, wie es früher war. Interessant war auch, dass nach dem 2. Weltkrieg diese Area als Flüchtlingsunterkunft diente. Es ist sehr ironisch und musste mich an die aktuelle Situation denken lassen.

Man konnte sich anschauen, wie die Häftlinge damals hausen mussten. Auf engem Raum, unglaublich viele Betten in einem Raum und die Hygiene war auch nicht leicht. Interessant dabei war aber auch, dass die Nazis besonderen Wert auf Sauberkeit legten. Jeder Insasse musste stets sauber sein, das Bett gemacht haben und wehe es ist ein getrockneter Tropfen Wasser auf einem der Utensilien.

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Hinter den Barakken wurden für verschiedene Gruppen Altare, Mahnmale und Gedenkstätten errichtet, die an die Opfer dieser Zeit erinnern sollen.

IMG_0055Was für mich auch ein wenig merkwürdig erschien war die Tatsache, dass es ein Kloster auf dem Gelände gibt und schon damals gab. Die Stellung der geistlichen in dem KZ hat sich gewandelt. Vielleicht auch ein Zeichen davon, wie inkonsequent die ohnehin furchtbare Weltanschauung der Nazis damals war.

Zum letzten Punkt kam ich aber erst nach diesen Gedenkstätten. Es war auch der grausamste. Es war als würde sich diese Stätte immer weiter steigern wollen, auch wenn ich das nicht wirklich für möglich gehalten habe.

Es ging zum Krematorium. Zunächst die furchtbare Tatsache, dass es dort 2 gibt. Eines hatte nach einiger Zeit nicht mehr ausgereicht und deswegen musste ein zusätzliches, größeres Gebaut werden. Es gab vorab sogar einen Raum, in dem die Leichen „gesammelt“ werden mussten. Das übersteigt meine Vorstellungskraft und ist einfach nur grausam…

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Warum ich diesen Artikel schreibe? Ich verfolge mit erschrecken die aktuelle Berichterstattung und habe angst davor, dass so ein Fehler, in welcher Art auch immer, wiederholt werden könnte. In meiner Schulzeit, wo wir dieses Thema behandelt haben, lief ich mit Anti-Nazis Buttons und Patches herum und dachte, dass die Ausschreitungen am 01. Mai in Hamburg schon die höchste Art der Gewalt sein kann, die uns heutzutage erwarten könnte. Ich will damit nicht sagen, dass die Nazis zurück kommen oder es so werden könnte wie damals. Aber ich will ein Bewusstsein schaffen, dass wir alle aus dieser Zeit gelernt haben sollten. Denn noch unsere Großeltern mussten leiden unter dieser Zeit, auf welcher Weise auch immer.

Außerdem sollte jeder, der die Möglichkeit dazu hat, ein solches KZ mal besuchen und es sich mit eigenen Augen anschauen, was dort damals geschehen ist.

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2 Kommentare zu „Konzentrationslager Dachau – ein furchtbarer Blick in die Vergangenheit

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