Schloss Neuschwanstein im Allgäu


Am Sonntag war es soweit. Endlich besuchte ich mit Tom und Liza auch mal das Schloss Neuschwanstein. Es ist ja ein wenig wie ein Statussymbol für einen Urlaub in Bayern und für Gäste von weiter her wie ein Symbol für Deutsche Geschichte.IMG_0050

Meine Erwartungen kann ich gar nicht so richtig beschreiben. Durch die Social Networks „kannte“ ich das Schloss von außen ja schon, dachte ich zumindest. Trotzdem war ich gespannt und interessiert.

Wir fuhren von München aus mit dem Auto ins Allgäu, wo das Schloss liegt. Die Fahrt dauerte ungefähr 2 Stunden. Für mich, der aus dem Norden kommt, war schon vor der Ankunft der Blick auf die Berge etwas ganz tolles und voller „Urlaubsgefühle“. Ich weiß nicht, ob es den Bayern beim Blick auf die Ostsee genauso ergeht, aber das würde ich damit vergleichen.

Hübsche Häuschen am Hang, wo es zum Schloss hinauf geht.
Hübsche Häuschen am Hang, wo es zum Schloss hinauf geht.

Nachdem wir mit dem Auto ankamen und uns sofort auch ein Parkplatz zugewiesen wurde (gut organisiert aber mit 5 Euro kein Schnäppchen) ging es schon ein Stück weit hinauf um die Tickets für das Schloss zu besorgen.  Auf dem Weg dorthin kam man an einigen hübsch angelegten Häusern, die alle kleine Shops darstellen.

So stellten wir uns in die Schlange für die Tickets. Mit Studentenrabatt (1 Euro) bezahlte ich noch 11 Euro für die Besichtigung des Schlosses. Wir waren ca. um 12 Uhr dort und mussten ca. eine halbe Stunde warten. Doch als wir unsere Tickets endlich hatten, war die Schlange noch mal um die gleiche Anzahl der Personen gewachsen. Also gut Zeit einplanen.

Dann begann unser Aufstieg zum Schloss. Laut Beschreibung sollten es 40-50 Minuten sein. Zuerst dachten wir uns aber, dass wir den Aufstieg mit einer Kutsche machen wollen, aber auch dort war eine riesige Schlange und noch mal so lang warten wollten wir nicht. Der Aufstieg war dann aber viel weniger steil als gedacht und kam uns auch gar nicht so lange vor, da man ein echt schönes Bild geboten bekam. Was uns zu dem Zeitpunkt aber extrem auffiel, war der Anteil von Asiaten. Schon am Hang und nun auch auf dem Weg waren sie in sehr hoher Anzahl vertreten und gaben sich Mühe, die Klischees zu erfüllen. Jeder Baum wurde fotografiert und ich glaube Instagram hat unter den Hashtags #castleneuschwanenstein und #travelselfie  einige neue Bilder und Videos bekommen.

Der Weg war fast geschafft
Der Weg war fast geschafft

Oben angekommen konnte man von einer Plattform aus sehr schöne Fotos von dem Ausblick und der Umgebung machen. Ins Schloss selbst konnte man auch ohne Ticket kommen aber nur auf den Hof und die Treppe hoch auf einen anderen, höher gelegten Hof. Um einen Blick hinein zu gelangen muss man also am Anfang ein Ticket gekauft haben. Direkt beim Schloss sind keine Tickets mehr zu erhalten.

Die Führungen gingen im 5-Minuten Takt. Es gab deutschsprachige Führungen, englische und welche mit dem Titel „Audio“. Die deutsch und englischen erklären sich ja von selbst. Aber für die ganzen Touristen mit anderen Sprachen gab es die Audioführung. Die Touristen haben dort jeweils eine Art Tonband bekommen mit dem sie am Ohr dann durch das Schloss geführt wurden. Von außen sah es sehr interessant aus, da so ja unter den Gästen nicht mehr kommuniziert wurde.

Vom Innenhof des Schlosses
Vom Innenhof des Schlosses

Ich fand unsere Führung sehr interessant und lohnenswert. Ich habe einiges erfahren und unsere Führerin hatte sichtlich Spaß und Interesse an ihrer Arbeit. Die interessanteste Info für mich bekam ich schon am Anfang, dass das Schloss 1886 erst eröffnet wurde. Anschließend spinnte ich nämlich immer Parallelen zu der Zeitentwicklung und wunderte mich, dass es ja wirklich noch nicht so lange her ist.

Die Führung dauerte ca. 30-40 Minuten und endete damit, dass man sich einen kleinen Teil noch selbst anschauen dufte und natürlich noch den Shop besuchen.

Wir hatten super Glück mit dem Wetter und haben auch einige tolle Fotos machen können. Den Abstieg haben wir dann auf einer Kutsche gemacht, die runter auch nur die Hälfte vom Preis nach oben kostet (3Euro).

Ich muss sagen, dass sich der Ausflug für mich gelohnt hat. Am Anfang war ich zwar nicht so begeistert von, wie sehr man sich abgezockt fühlt (Parken, Ticket, Klo, Essen, Kutsche) aber das kam eher davon, dass man alles anfangs zahlt, ohne etwas gesehen zu haben. Wenn man spaß daran hat, alte Gebäude zu berichten, ein wenig an Geschichte interessiert ist und die Natur dort wertschätzt kann dort einen schönen Ausflug genießen. Mein persönlicher Kritikpunkt hat in erster Linie nichts mit der Organisation vor Ort zu tun sondern mit den angesprochenen Gästen. Durch die lauten, wuseligen und teil rücksichtslosen Asiaten wurde es leider ein wenig getrübt. Aber wer sich daraus nichts macht, dem wird es dort natürlich auch nichts ausmachen. Ich weiß auch nicht genau, wie ich das am besten neutral beschreibe, denn ich habe ansonsten nichts gegen asiatische Touristen. Aber wenn ich in Ruhe den Berg hinauf schlendern möchte und vor mir eine Asiatin mit hochhackigen Schuhen gerade ein Selfie macht (oder gleich 10) und mit dabei ständig vor die Füße läuft, fand ich das nicht angenehm.

Blick vom Balkon des Schlosses
Blick vom Balkon des Schlosses

Aber im gesamten ist es ein schönes Ziel für einen Ausflug. Der Ausblick ist ein Traum und die Luft auch. Ich glaube auch das Erlebnis ist ein wenig das Zusammenspiel des Schlosses, der wunderbaren Natur und der Vorstellungskraft, wie es wohl vor grad mal 130 Jahren dort gewesen sein muss.

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Ein Kommentar zu „Schloss Neuschwanstein im Allgäu

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