Fleisch hat auch ein Gesicht!


Lecker Fleisch, kein Tag ohne Fleisch, fette Burger mit double beef! – Das ist nun ein wenig übertrieben, aber ich kenne sehr viele Menschen, die so gut wie jeden Tag Fleisch essen. Ich gehöre zu diesen Menschen. Doch bin ich dafür, dass wir dies bewusster tun sollten. Natürlich bin ich mir im klaren darüber, dass täglicher Fleischkonsum nicht zu den Vorzeigeessgewohnheiten gehört und sicher auch in keinem Buch über Healthy Lifestyle zu finden ist.

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Fleisch als Produkt, nicht als Erzeugnis. Quelle: FAZ.net

Dass durch den Konsum von Fleisch Tiere sterben mussten, sollte jedem klar sein. Man steht ja nicht umsonst mehr auf Pute als auf Schwein oder könnt sich mal ein gutes „Stück“ Rind. Aber wieso schreckt man zurück, wenn ein „wahres“ Tier im Fokus von ausgewogener Ernährung, Genuss und Lifestyle gerät? Das Posten des herzhaften Steaks von gestern Abend könnte unter den richtigen Hashtags bei Instagram sehr gut ankommen – ein Bild einer Kuh mit den Hashtags #meinnächstesessen oder #daswirdmeinfleisch wird sicherlich niemanden sonderlich begeistern. In einem Restaurant oder allgemein einem Ort, an dem Fleisch à la Carte bestellt wird, werden auch keine lebenden Tiere gezeigt, aus denen unser Essen besteht. Falls ja, und dann am besten noch wenn Kinder es zu sehen bekommen, ist es herzlos, unzumutbar und unseriös.

Wir möchten also nicht sehen, was wir dort essen. Wir sehen Fleisch als schon verarbeitet an. Es ist ein Lebensmittel. Dass es davor noch ein lebendiges Wesen war, das möchten wir nicht sehen, denn wir sind ansonsten sofort mit unserer Meinung dabei, wenn es um Tierschutz und Artenschutz geht.

Interessant ist auch, dass z.B. Schweinske, wie der Name schon sagt, zum größten Teil Schweinefleisch verkauft und dennoch mit Schweinen als Marketinginstrument wirbt. Ironie bei dem Ganzen ist nur die comichafte Darstellung dieser Schweine, welche geschlachtet werden und auf dem Teller landen, positiv und spielerisch gehalten ist. Als ob uns das Schwein dazu einlädt, es zu essen und Freude dabei zu empfinden.

Man sollte sich trotz des modernen Angebots immer wieder bewusst machen, dass Fleisch auch mal ein Lebewesen war und auch noch ist. Das soll nun kein Aufruf dazu sein, Vegetarier zu werden. Für den Anfang, um sich das bewusst zu machen, reicht es ja schon so zu konsumieren, dass man nichts wegwirft, alles verarbeitet und sich vielleicht mal den Gedanken macht, ob es wieder ein Kilo Fleisch sein muss =).

Auf dieses Thema bin ich heute in einer Vorlesung BWL gekommen. Dort wurden Beispiele gezeigt, unter welchen Rahmenbedingungen ein Service schlecht ankommt. Als Beispiel war dort ein Lämmchen auf einer Speisekarte. Es schreckt den Kunden auf – meiner Meinung nach öffnet dieses niedliche Lämmchen vielleicht das ein oder andere Auge oder lässt ein Kind mal fragen, wieso ein Lamm beim Essen zu sehen ist.

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